Äste über Grundstücksgrenze

Frage gestellt am: 28.04.2016 um 10:55:31 in der Kategorie: Nachbarschaftsrecht
Einsatz 59,00 €
Status Beantwortet
Hallo, Mehrfamilienhaus steht 3m von der Grenze entfernt und wurde erst vor 4 Jahren gebaut und ist ca. 15m hoch. 2 Tannen ca. 25 Jahre Jahre alt stehen ca. 1m von der Grundstücksgrenze entfernt. Beim Bau des Mehrfamilienhaus wurden die Äste eingekürzt bis auf 6m höhe da sie ins Baugerüst hingen. Nun hängen ab in 10m höhe Äste 3m über die Grundstücksgrenze und reichen NICHT über das Haus und der Eigentümer des Mehrfamilienhaus will diese zurückgeschnitten haben da sie angeblich die Regenrinne verschmutzen.Die Fläche zwischen den Häursern wird nicht genutzt dort liegen Steine. Da die Tannen schon stark einseitig beschnitten wurden würde nach unserer Meinung die Standfestigkeit der Tannen bei weiteren Rückschnit beeinträchtigt werden.I
1. müssen wir die Äste schneiden
2. besteht Bestandschutz für die Tannen
3. kann und muss der Eigentümer mit einer gewissen verschmutzung durch Bäume und Laub leben da die Fläche zwischen dem Mehrfamilienhaus und der Grundstücksgrenze nicht genutzt wird

Antwort auf Frage (28.04.2016 um 13:00:36)

Rechtsanwalt Rechtsanwalt Marcus Schröter
Rechtsanwaltskanzlei Schröter
Tel: 069/209737530
Fax: 069/209737539
Anschrift: Pestalozzistraße 15 A, 61231 Bad Nauheim, Deutschland
AW: Äste über Grundstücksgrenze
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben nachfolgend beantworte:

1. Ein Anspruch auf Zurückschneiden des Baumes besteht nicht zwingend. Im Rahmen der Verkehrtssicherungspflicht des Baumeigentümers besteht nur dann eine Verpflichtung den Baum zurückzuschneiden, wenn von diesem eine konkrte Gefahr ausgeht. Nur wenn von dem Baum eine Gefahr ausgeht und dieser nicht zurückgeschnitten wurde, besteht ein Anspruch auf Schadensersatz des Nachbarn nach §§ 1004, Abs. 1, 823, 249 BGB, wenn ein konkreter Schaden eintritt.

2. Auch die Verschmutzung der Regenrinne führt nicht dazu, dass ein Baum zurückgeschnitten werden muss. Hier muss eine nachgewiesene exztreme Beeinträchtigung vorliegen, die einen Rückschnitt des Baumes zur Folge haben. Die anfallende Laub- und Nadelbelastungauf dem Grundstück des Nachbarn, muss dieser selbst beseitigen.

3. Der Eigentümer des Nachbargrundstücks kann aber gem. § 1004 BGB verlangen, dass ein  Überhang beseitigt wird. Zum Überhang zählen Wurzeln und Zweige, die über die Grundstücksgrenze wachsen und die Nutzung des Grundstücks beeinträchtigen. Ein Anspruch auf Rückschneidung besteht jedoch nicht, wenn der Überhang die Grundstücksnutzung nicht oder nur ganz unerheblich beeinträchtigt.

4. Hinsichtlich des Bestandsschutz ist dieser gegeben, da die Bäume mehr als fünf Jahre alt sind. Näheres wird durch die Gemeinde in einer Baumschutzsatzung geregelt. Erkundigen Sie sich daher bei der Gemeinde ob es weitergehende Regelung zu dem Erhalt von Bäumen gibt. In einer solchen finden sich dann auch Regelung, wie das Zurückschneiden von Bäumen zu erfolgen hat.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe bei Nachfragen gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

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