Amtsarzt Attest: Zwischenprüfung

Frage gestellt am: 02.04.2016 um 13:10:03 in der Kategorie: Prüfungsrecht
Einsatz 49,00 €
Status Beantwortet
Ich studiere Jura und habe ein sehr großes Problem: 

Ich habe eine Schwerbehinderung und mein Hund hat mir die letzten 15 Jahre sehr viel Kraft gegeben. Sie war für mich die wichtigste "Bezugsperson". Ein Tag (Sonntag) vor meiner Zwischenprüfung musste sie unerwartet eingeschläfert werden. Für mich ist meine Welt zusammen gebrochen. Ich war absolut prüfungsunfähig. Ich musste psychiatrisch behandelt werden und habe auch ein Attest bekommen. Mein Prüfungsamt wollte ein amtsärztliches Attest. Ich habe dann einen sehr großen Fehler gemacht und habe gesagt, ein Verwandter sei gestorben. Aus Angst, da viele Menschen nicht verstehen, wenn das geliebte Tier stirbt und sowas verharmlosen. "Kauf dir doch einfach ein Neues". Ich hatte rießen Angst davor. Ich wurde natürlich prüfungsunfähig geschrieben, denn ich war auch prüfungsunfähig. 

Ich habe dann einen zweiten Fehler gemacht und habe im Schockzustand mich nur für den Montag prüfungsunfähig schreiben lassen und bin an dem Mittwoch in die andere Klausur. Natürlich war ich nicht bereit dafür und habe auch knapp nicht bestanden.

Für die Klausur am Montag wollte mein Prüfungsamt ein Nachweis, dass mein Verwandter gestorben ist und hat das amtsärztliche Attest nicht akzeptiert. Dadurch habe ich jetzt einen Bescheid bekommen, dass ich die Zwischenprüfung nicht bestanden habe und in Jura gesperrt werde.

Meine Frage:
Muss das Prüfungsamt mein amtsärztliches Attest akzeptieren? Schließlich ist es ein Amtsarzt. Ich habe zwar wegen dem wahren Grund aus Angst gelogen, weil ich einen weiteren Rückschlag psychisch  nicht verkraftet hätte, aber bzgl der Prüfungsunfähigkeit habe ich absolut nicht gelogen. Mich hat das mit meinem Hund so sehr mitgenommen, dass ich mich von der Uni beurlauben musste.

Sollte ich zum Prüfungsamt gehen und die Wahrheit sagen oder mich darauf berufen, dass es sich um ein amtsärztliches Attest handelt, dass akzeptiert werden muss?

Vielen Dank  

Antwort auf Frage (02.04.2016 um 17:37:29)

Rechtsanwalt Marc Nathmann
Nathmann
Tel: 09281/7792877
Anschrift: Königstrasse 76, 95028 Hof a. d. Saale, Deutschland
AW: Amtsarzt Attest: Zwischenprüfung
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihr Vertrauen und beantworte gern Ihre Frage.

Grundsätzlich setzt die Antwort Einsicht in die Prüfungsordnung voraus. Diese können Sie im Anschluss gern noch per Email nachreichen.

Ihrer Schilderung nach lag eine attestierte Prüfungsunfähigkeit vor. Diese war auch amtdärztlich attestiert.  Entsprechend war das versäumen der Klausur dem Grund nach entschuldigt.

Durch Ihre Lügen haben Sie natürlich für erhebliche Schwierigkeiten bei der Sachverhaltsaufklärung gesorgt. Das wiederum ist zwar nicht unproblematisch indes für die rechtliche Bewertung unerheblich.

Entsprechend rate ich Ihnen das Folgende:

● Falls nötig zunächst Einspruch um Fristen zu wahren
● Aufklärung des Prüfungsamts über den Sachverhalt

Die geschriebene Klausur kann mE nicht wegen Prüfungsunfähigkeit angefochten werden. Hier käme allein ein Bewertungsfehler (Remonstration) in Betracht.  


Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.


Mit freundlichen Grüßen

M Nathmann
Rechtsanwalt  

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