Aufenthaltstitel oder Niederlassungserlaubniss fuer meine Frau

Frage gestellt am: 21.05.2014 um 03:22:04 in der Kategorie: Ausländerrecht und Asylrecht
Einsatz 100,00 €
Status Beantwortet

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin deutscher Staatsangehoeriger, habe waerend meiner beruflichen Taetigkeit meine Frau 2004 in Dubai kennen gelernt und 2008 auf den Filipinen geheiratet. Nachdem meine Frau an der VHS in Manila das Deutsch Zertifikat A1 erfolgreich abschloss, bekam sie eine Aufenthaltsgenemigung von Juli 2009 - Juli 2010. In Deutschland bekamen wir dann auch unsere deutsche Heiratsurkunde vom lokalen Standesamt ausgehaendigt. Aus beruflichen Gruenden musste ich jedoch ab September 2009 in die USA fuer unbestimmte Zeit. Meine Frau bekam auch ein US-Visa und wir wohnen seit dieser in den USA. Unser gemeinsamer Sohn ist dort in 2011 zur Welt gekommen und besitzt US- sowie deutsche Staatsangehoerigkeit. Da mein Arbeitsverhaeltniss hier in den USA im ersten Quartal 2015 auslaeuft, werden wir 3 wieder nach Deutschland in das Haus meiner Mutter ziehen, welche auch etwas Unterstuetzung benoetigt. Fuer unseren Sohn und mich wird es keine Probleme geben. Wie sehen die Optionen fuer meine Frau aus? Wird sie wieder nur einen Aufenthaltstitel fuer ein Jahr bekommen oder haette sie sofort einen Anspruch auf eine Niederlassungserlaubniss, da wir dann schon seit fast 7 Jahren verheiratet sind und sie ausserdem die leibliche Mutter eines minderjaehrigen deutschen Staatsangehoerigen ist? Benoetigt sie dafuer in naher Zukunft noch mehr deutsch- Sprachzertifikate, da es relativ schwierig sein wird, den dann 4- jaerigen Sohn zu versorgen und gleichzeitig irgendeine weit entfernte VHS zu besuchen. Ich werde weiterhin beruflich in Deutschland unterwegs sein.

Mit freundlichen Gruessen...

Antwort auf Frage (21.05.2014 um 13:09:41)

Rechtsanwältin Kathrin Biereder
Q4-Kanzlei
Tel: 0621/4329110
Fax: 0621/43291122
Anschrift: Q4 18, 68161 Mannheim, Deutschland
Schwerpunkte: Ausländerrecht und Asylrecht, Strafrecht
AW: Aufenthaltstitel oder Niederlassungserlaubniss fuer meine Frau
Sehr geehrter Herr Porsche,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Zunächst weise ich darauf hin, dass das Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen zu einer anderen Einschätzung des Falles führen kann.
Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts kann ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich hat Ihre Frau als Ehefrau eines deutschen Staatsangehörigen und als Mutter eines minderjährigen deutschen Kindes nach § 28 Abs. 1 AufenthG einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Herstellung der familiären Lebensgemeinschaft.

Voraussetzung für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis ist, dass Sie als Ehemann Ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Bundesgebiet haben. Hier wird darauf abgestellt, ob Sie nicht nur vorübergehend im Bundesgebiet sind. Da Sie Ihre Mutter unterstützen und in Deutschland beruflich tätig sein möchten, gehe ich davon aus, dass Sie planen, auf längere Sicht in Deutschland zu bleiben, das sollte also kein Problem sein.

Weitere Voraussetzungen sind: eine zivilrechtlich wirksam geschlossene Ehe (davon ist auszugehen), für Sie beide ein Mindestalter von 18 Jahren, es darf kein Ausweisungsgrund vorliegen, Ihre Frau benötigt einen gültigen Pass und muss den Nachweis einfacher Deutschkenntnisse erbringen. Das A1-Zertifikat ist für diesen Nachweis ausreichend, die Belegung weiterer Kurse ist nicht erforderlich.
In der Regel wird die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis zum Nachzug zu deutschen Ehegatten nicht davon abhängig gemacht, ob der Lebensunterhalt gesichert ist. Unter besonderen Umständen kann ein entsprechender Nachweis aber verlangt werden.

Die erstmalig erteilte Aufenthaltserlaubnis wird ebenso wie deren Verlängerung in der Regel befristet auf drei Jahr erteilt. Die Aufenthaltserlaubnis berechtigt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit.

Einen Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungserlaubnis hat Ihre Frau dann, wenn sie bereits drei Jahre lang eine Aufenthaltserlaubnis zum Familiennachzug bzw. zur Familienzusammenführung besessen hat. Hier können auch frühere Zeiten angerechnet werden. Außerdem muss Ihre Ehe im Bundesgebiet fortbestehen, es darf auch weiterhin kein Ausweisungsgrund vorliegen und Ihre Frau muss die Fähigkeit zur einfachen Verständigung in deutscher Sprache haben. Eine schriftliche Sprachprüfung ist hierfür nicht erforderlich, aber auch nicht generell ausgeschlossen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen Ihre Frage zufriedenstellend beantworten. Scheuen Sie sich nicht davor, ggf. detaillierter nachzufragen. Selbstverständlich stehe ich Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Ansonsten wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Kathrin Biereder



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