Ausgleichszahlung oder Schenkung zwischen Geschwistern nach Erbschaft

Frage gestellt am: 10.03.2015 um 13:51:16 in der Kategorie: Erbrecht
Einsatz 50,00 €
Status Beendet
Zwei Geschwister wurden von einem Elternteil 50:50 beerbt, der andere Elternteil hat auf seinen Pflichtteil verzichtet.

Intern wird zwischen den Geschwistern eine 1/3 zu 2/3 Regelung getroffen, da einer der beiden Geschwister bereits vom anderen noch lebenden Elternteil wegen eines Hausbaues eine größere Vorauszahlung auf dessen Erbe erhalten hat und dies dadurch ausgeglichen werden soll.

Wie ist das nun steuerlich zu behandeln? Ist dies eine Schenkung zwischen den beiden Brüdern oder kann es als eine Ausgleichszahlung angesehen werden?

Vielen Dank bereits im Voraus!     
 

Antwort auf Frage (10.03.2015 um 14:12:19)

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Kanzlei Dr. Newerla
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
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Schwerpunkte: Gewerblicher Rechtsschutz, Internetrecht, Medienrecht, Urheberrecht, Wettbewerbsrecht
AW: Ausgleichszahlung oder Schenkung zwischen Geschwistern nach Erbschaft

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage. Diese möchte ich gerne im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

 

Hier sind grundsätzlich zwei Vorgänge zu unterscheiden:

1.      die Erbschaft

2.      die interne Aufteilung

Zunächst wurden nach Ihrer Schilderung beide zu gleichen Teilen beerbt. An dieser Stelle stellt sich dann die Frage, ob Erbschaftssteuer anfällt. Bei Kindern gegenüber ihren Eltern besteht grundsätzlich pro Kind ein Freibetrag in Höhe von 400.000 €. Über diesen Betrag würde dann Erbschaftssteuer anfallen. Die Höhe der konkret zu zahlenden Steuer hinge dann von der Höhe des konkreten Nachlassbetrages ab.

 

Nach Anfall der Erbschaft sind also jeweils die 50 % im Eigentum eines jeden Erben. Wenn nun ein Erbe auf den anderen Erben freiwillig (wie hier) einen Teil dieses Erbes überträgt, stellt dieses eine unentgeltliche freiwillige (= es gibt keine gesetzliche Verpflichtung zum Ausgleich) Vermögenszuwendung und somit grundsätzlich eine Schenkung dar.

 

Hier wäre also zu fragen, ob Schenkungsteuer anfällt. Ob Schenkungsteuer im konkreten Falle anfällt, hängt wiederum von der Höhe der konkreten Zuwendung ab. Die Zuwendung liegt hier in Höhe der Differenz von 1/3 (also 33,33%) zu ½, also bei ungefähr 16,66% des Erbteils.

 

Für eine abschließende Antwort zur Beantwortung der Frage, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe Schenkungssteuer anfällt, müsste eine konkrete Berechnung vorgenommen werden, die im Rahmen einer Erstberatung aus der Ferne ohne Kenntnis aller relevanten Zahlen leider nicht möglich ist, so dass ich empfehlen würde, einen Steuerberater vor Ort mit der abschließenden Klärung dieser Frage zu beauftragen.

 

Ich hoffe Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag.

 

Mit freundlichen Grüßen von der Nordsee

 

Dr. Danjel-Philippe Newerla

-Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht-

 

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Mir wurde auf das Thema Erbvorauszahlung zu wenig eingegangen so dass mir die Antwort dann doch nicht wirklich weitergeholfen hat. Es scheint nämlich nicht so eindeutig zu sein wie es hier dargestellt wurde.

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