Deutsche Börse und frühere NYSE Euronext durften nicht fusionieren

Verfasst am: 09.03.2015 um 12:29:00 in der Kategorie: Wirtschaftsrecht

Ratgeber: Deutsche Börse und frühere NYSE Euronext durften nicht fusionieren

Luxemburg (jur). Die Deutsche Börse und der frühere amerikanisch-europäische Börsenverbund NYSE Euronext durften nicht fusionieren. Das erstinstanzliche Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg bestätigte am Montag, 9. März 2015, ein entsprechendes Verbot der EU-Kommission aus 2012 (Az.: T-175/12). NYSE Euronext besteht heute ohnehin nicht mehr; 2014 wurde die europäische Euronext wieder von der amerikanischen NYSE abgespalten.

Euronext ist eine Vierländerbörse für Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris sowie früher auch dem Terminmarkt in London. Fusionsbemühungen der Deutschen Börse schlugen 2006 fehl. Euronext entschied sich stattdessen für ein Übernahmeangebot der NYSE, Betreiber insbesondere der US-Börse New York Stock Exchange (NYSE).

2011 gab es Gespräche über eine Fusion der so entstandenen NYSE Euronext mit der Deutschen Börse. Mit Entscheidung vom 1. Februar 2012 lehnte die EU-Kommission diese Fusion aber ab. Danach würden 90 Prozent des Handels mit europäischen Finanzderivaten in einer Hand liegen, so die Begründung. Finanzderivate sind Papiere, deren Wert von bestimmten Basiswerten abgeleitet wird, etwa Aktien, Zinssätze oder Rohstoffpreise.

Die Deutsche Börse klagte gegen das Fusionsverbot, hatte damit aber keinen Erfolg. Das EuG bestätigte die Analyse der EU-Kommission. Wegen der „Quasimonopolstellung“ sei das Verbot gerechtfertigt gewesen. Die Deutsche Börse kann hiergegen Rechtsmittel zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) einlegen.

Unterdessen wurde allerdings 2012 NYSE Euronext von dem US-Unternehmen IntercontinentalExchange übernommen, einem US-amerikanischen Börsenbetreiber für Strom, Energie- und Agrarrohstoffe sowie Emissionen. Das Unternehmen hat allerdings nur die Börsenplätze in den USA und London behalten und 2014 die Vierländerbörse Euronext wieder abgespalten.

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

 

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