Geschäftsführer kann Privatflugzeug nicht absetzen

Verfasst am: 14.01.2015 um 08:51:19 in der Kategorie: Steuerrecht

Ratgeber: Geschäftsführer kann Privatflugzeug nicht absetzen

Kassel (jur). Nutzt ein Geschäftsführer einer GmbH sein Privatflugzeug für beruflich erforderliche Reisen, kann er die Flugkosten und die Aufwendungen für eine internationale Pilotenlizenz nicht von der Steuer absetzen. Dies gilt zumindest dann, wenn das Privatflugzeug aus „Lust am Fliegen“ selbst geflogen wird und damit private Motive im Vordergrund stehen, entschied das Hessische Finanzgericht in einem am Dienstag, 13. Januar 2015, bekanntgegebenen Urteil (Az.: 4 K 781/12).

Geklagt hatte ein flugbegeisteter Geschäftsführer einer GmbH, der seine steuerpflichtigen Einnahmen in Höhe von 250.000 Euro im Jahr drücken wollte. Da er Eigentümer eines kleinen Privatflugzeugs war und über eine entsprechende Fluglizenz verfügte, nutzte er sein Flugzeug auch für Geschäftsreisen. Von den 111 Flugstunden im Jahr entfielen rund 30 Stunden auf Flüge zu beruflich veranlassten Auswärtsterminen.

Die Aufwendungen hierfür wollte er als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Fliege er selbst, spare er Zeit und vermeide Übernachtungskosten, so seine Begründung. Die übrigen Reisekosten, wie die Nutzung des Firmen-Pkw oder Reisen per Linienflug übernahm der Arbeitgeber.

Die Kasseler Finanzrichter lehnten den Werbungskostenabzug für die Nutzung des Privatflugzeugs ebenso ab, wie für den Erwerb der internationalen Fluglizenz in Höhe von bis zu 30.000 Euro. Letztere habe der Kläger für die ausgeübte Tätigkeit als Geschäftsführer gar nicht benötigt. Er habe sich letztlich aus „Freude am Fliegen“ in sein Privatflugzeug gesetzt. Dies sei aber ein privates Motiv.

Der Kläger habe die Flüge zwar mit kürzeren Reise- und Abwesenheitszeiten begründet. Doch handele es sich dabei nur um einen vermeintlichen beruflichen Vorteil. Denn mit der Nutzung von Linienflügen oder Bahnfahrten hätte er dagegen Zeit für Telefonate, die Durchsicht von Geschäftsunterlagen oder der Bearbeitung der E-Mails gehabt.

Die Nutzung des Privatflugzeugs für die beruflichen Auswärtstermine sei zumindest privat mitveranlasst gewesen. Hier fehle es aber an einem geeigneten Aufteilungsmaßstab zwischen beruflich und privat veranlassten Aufwendungen, so das Finanzgericht in seinem Urteil vom 14. Oktober 2014.

Gegen das Urteil hat der Kläger Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt (Az.: VI B 137/14).

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

 

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