Kongolesischer Milizenführer Katanga muss zwölf Jahre ins Gefängnis

Verfasst am: 26.05.2014 um 09:14:33 in der Kategorie: Strafrecht

Ratgeber: Kongolesischer Milizenführer Katanga muss zwölf Jahre ins Gefängnis

Den Haag (jur). Der frühere kongolesische Milizen-Anführer Germain Katanga muss wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit und wegen Kriegsverbrechens für zwölf Jahre ins Gefängnis. Dies hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag am Freitag, 23. Mai 2014, entschieden (Az.: ICC-01/04-01/07). Die Strafe solle eine abschreckende Wirkung auf andere potenzielle Täter haben.

Das Gericht hatte Katanga bereits am 7. März 2014 für schuldig befunden, allerdings noch kein Strafmaß festgesetzt (JurAgentur-Meldung vom 7. März 2014). Sechs Jahre und vier Monate hat der Milizenführer in Den Haag während des Verfahrens bereits im Gefängnis abgesessen. Diese Haftdauer wird auf die jetzt verhängte Strafe angerechnet.

Katanga wurde vorgeworfen, dass er als einer der Milizen-Anführer der Force de résistance patriotique en Ituri (FRPI) Kriegsverbrechen an die Volksgruppe der Hema begangen hat. Laut Anklage soll er am 24. Februar 2003 für Plünderungen und einem Massaker an mindestens 200 Zivilpersonen im kongolesischen Dorf Bogoro verantwortlich gewesen sein. Überlebende Frauen soll er entführt und sexuell versklavt haben. Auch die Rekrutierung von Kindersoldaten soll er veranlasst haben. Hintergrund waren Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen der Hema und Lendu.

Der Strafgerichtshof folgte der Anklage nur zum Teil. Katanga habe als FRPI-Anführer maßgeblich zum grausamen Massaker an der Zivilbevölkerung in Bogoro, zu Plünderungen und Zerstörungen beigetragen. Damit habe er sich des Verbrechens gegen die Menschlichkeit und des Kriegsverbrechens schuldig gemacht. Vom Vorwurf, Kindersoldaten rekrutiert und Mädchen als „Sex-Sklavinnen“ missbraucht zu haben, wurde er mangels Beweisen freigesprochen.

Die Den-Haager Richter zeigten sich überzeugt, dass die zwölfjährige Freiheitsstrafe gegen Katanga eine abschreckende Wirkung auf andere potenzielle Straftäter hat.

Strafmildernd wertete der Internationale Strafgerichtshof das spätere Verhalten Katangas. So habe er sich an der Demobilisierung der Kindersoldaten beteiligt, so das Gericht in seiner Begründung des Strafmaßes.

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

 

Sie möchten eine Frage stellen?

Sie sind noch nicht registriert und möchten eine Frage stellen?

Jetzt registrieren und Frage stellen ››

Die Registrierung ist kostenlos. Falls Sie schon registriert sind, nutzen Sie das Loginformular rechts.

Login

3 Schritte bis zur Antwort

1. Frage einstellen
2. Preis bestimmen
3. Anwälte antworten

QuickSSL Premium

Sichere online Transaktionen bei bista.de durch QuickSSL® Premium SSL.

Verzeichnis der Berater

Rechtsanwälte
 
Alle Preise inklusive gesetzlicher Umsatzsteuer.