Testament und Nachlass

Frage gestellt am: 10.04.2016 um 11:56:34 in der Kategorie: Erbrecht
Einsatz 45,00 €
Status Beantwortet
Guten Tag,

meine Mutter erstellte vor einigen Tagen ein notarielles Testament, in dem ihr Nachlass und die Erbfolge festgehalten worden. So gibt es einen Alleinerben und 2 Pflichtteilberechtigte.
Ihr Nachlass wurde mit 250.000€ festgelegt.
Gehen wir davon aus, dass meine Mutter weitere 15 Jahre lebt und die 250.000€ zum leben nutzt. Nach ihrem Tode nach 15 Jahren verfügt sie jedoch nur noch über ein Vermögen von 5000€.
Sollte es zu einem Nachlass-Streit kommen, geht es dann um die im Testament niedergerschriebenen 250.000€ oder um die tatsächliche Summe zum Zeitpunkt des Todes?
Wie muss der Alleinerbe den Pflichtteilberechtigten beweisen, dass von der festgelegten Summe im Testament lediglich ein Bruchteil übrig geblieben ist?
Sollte sich der Nachlass auf das tatsächliche Vermögen nach dem Tode beziehen, warum gibt man überhaupt eine Summe im Testament an?

Ferner hat mir meine Mutter  innerhalb der letzten Jahre mehrere Immobilien auf meinen Namen als Alleineigentümer im Grundbruch eintragen und umschreiben lassen. Sie besitzt leidiglich ein Nießbrauchrecht. Spielen die Immobilien, bei denen ich im Grundbruch als Eigentümer eingetragen bin, eine Rolle bei der Erbfolge? Sind die Immobilien für die Pflichtteilberechtigten angreifbar?

 

Ich bedanke mich für die Beantwortung der Fragen und verbleibe mit besten Grüßen.

Antwort auf Frage (10.04.2016 um 12:47:48)

Rechtsanwalt Rechtsanwalt Marcus Schröter
Rechtsanwaltskanzlei Schröter
Tel: 069/209737530
Fax: 069/209737539
Anschrift: Pestalozzistraße 15 A, 61231 Bad Nauheim, Deutschland
AW: Testament und Nachlass
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben beantworte:

1. Maßgebend für den Pflichtteilsanspruch ist der tatsächliche Nachlass. Auf den Wert, der im Testament festgehalten wurde kommt es dabei nicht an.

2. Zur Ermittlung des Pflichtteilanspruches können die Pflichtteilsberechtigten ein Nachlassverzeichnis anfordern. Dies ist von dem testamentarischen Erben zu erstellen. Folglich müssen Sie nicht befürchten, dass der Pflichtteilsanspruch sich aus dem Wert in dem Testament ermittelt.

3. Die Angabe des Wertes des Nachlasses im Testament erfolgt auch, damit der Notar die anfallenden Gebühren errechnen kann, deren Höhe sich nach dem Wert des Nachlasses bestimmt.

4. Die übertragenen Immobilien sind als Pflichtteilsergänzungsanspruch nur dann zu berücktigen, wenn zwischen Übertragung und Erbfall weniger als 10 Jahre liegen. Dabei werden die Immobilien mit dem Wert bei Übertragung angesetzt. Für jedes Jahr seit der Übertragung werden von dem Wert 10 % in Abzug gebracht. D.h. wurde eine Immobilie fünf Jahre vor dem Erbfall übertragen, weden 50 % des Wertes angesetzt. Sind 10 Jahre vergangen, wird die Immobilie nicht mehr berücksichtigt, § 2325 BGB.

5. Die Pflichtteilsberechtigten haben gegen den Nachlass einen schuldrechtlichen Anspruch in Geld. Ein Zugriff auf einzelne Vermögenswerte des Nachlasses besteht nicht.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen hilfreichen Überblick verschaffen.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt




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