Zwangseinweisung Psychiatrie

Frage gestellt am: 02.04.2013 um 23:45:12 in der Kategorie: Arzt-/Medizinrecht
Einsatz 25,00 €
Status Beendet
wie lange nach der freiwilligen Einweisung nach Suizidversuch (der eigentlich keiner war) kann der Richter noch eine Zwangseinweisung beschließen??? Mein Partner lebt in völlig geordneten familiären Verhältnissen (leider finanzielle Schwierigkeiten) und hat neben einer 1/2 Flasche Whiskey einige Schmerztabletten (10-20??) "konsumiert". Er ist seit 9 Tagen freiwillig stationär in der geschlossenen Psychatrie, wird zwangstherapiert mit Neuroleptika, möchte jetzt entlassen werden und hat keinerlei suizidale Absichten, darf aber nicht gehen.

Antwort auf Frage (03.04.2013 um 00:44:18)

Rechtsanwalt Jürgen Vasel
Rechtsanwalt Jürgen Vasel
Tel: 0551/43600
Fax: 0551/43620
Anschrift: Reinhäuser Landstraße 80, 37083 Göttingen, Deutschland
Schwerpunkte: Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Mietrecht und WEG, Sozialrecht, Vertragsrecht
AW: Zwangseinweisung Psychiatrie

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

eine gesetzlich vorgeschriebene Frist gibt es für den Unterbringungsbeschluß nicht. Es kommt in jedem Zeitpunkt darauf an, ob Ihr Partner aufgrund seines Geisteszustandes oder seiner Sucht eine eine erhebliche Gefahr für sich selbst darstellt und diese Gefahr nicht anders abgewendet werden kann (§ 1 Abs. 2 Hess. Freiheitsentziehungsgesetz [FrHEntzG]).

Durch den vor relativ kurzer Zeit erfolgten Konsum einer ½ Flasche Whiskey und gleichzeitig von 10-20 Schmerztabletten hat sich Ihr Partner jedenfalls erheblich gefährdet.

Es kommt nun wesentlich auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte an, ob Wiederholungsgefahr besteht. Insofern wird es auch darauf ankommen, ob und in welchem Umfang Ihr Partner in der Vergangenheit bereits in ähnlicher Weise Suchtmittel konsumierte (und psychiatrisch behandelt wurde).

Der Richter muß sich auf jeden Fall, wenn er eine Zwangsunterbringung beschließt, einen persönlichen Eindruck von dem Betroffenen machen, und seinen Beschluß eigenständig begründen. Er darf nicht lediglich auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte verweisen.

Gegen einen Unterbringungsbeschluß kann Beschwerde eingelegt werden. Diese führt zur Überprüfung des Falles durch das Landgericht.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

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